politik von gestern, heute und morgen.

Politik hat eine klar definierte Aufgabe. Wirtschaftspolitik erst recht. Sie muss den Blick nach vorn richten und an morgen denken. Während das in aufstrebenden Regionen in hohem Ausmaß geschieht, treten die EU und Österreich in weiten Bereichen auf der Stelle. In China baut man die Autos von morgen, in Brasilien die Flugzeuge von morgen, in Indien die Software von morgen. Wir halten an unseren alten Strukturen fest und türmen Rechtsvorschriften auf, ohne jemals daran zu denken, diese zu durchforsten und auszulichten.

 

Wenn schon nicht an morgen, dann sollte eine verantwortungsvolle Wirtschaftspolitik zumindest an heute denken. Doch auch hier hinken die Entscheidungen in weiten Bereichen der Gegenwart hinterher. Das liegt daran, dass die alten Klassenkampf-Klischees immer noch allgegenwärtig sind. Doch Unternehmer und Arbeitnehmer sitzen längst in einem Boot. Unsere Wirtschaft ist kleinteilig strukturiert und viele Kleinst- und Kleinunternehmer befinden sich in einer durchaus ähnlichen Situation wie unselbstständig Beschäftigte. Deswegen ist jedes Auseinanderdividieren von Arbeitgebern und Arbeitnehmern, jedes Ausspielen von Lehrbetrieben und Lehrlingen, jedes Aufhetzen von Chef und Belegschaft falsch.

 

 

 

Am Schlimmsten ist jedoch, wenn Politiker in die Vergangenheit blicken. Wenn Floskeln wie "das haben wir immer schon so gemacht" oder "wir dürfen nicht in wohlerworbene Rechte eingreifen" zur Leitlinie politischen Handelns werden, herrscht Alarmstufe Rot. Derartige Abwehrkämpfe sind mit freiem Auge bei den großen Reformen im Pensions-, Sozial-und Gesundheitssystem erkennbar. Auch die viel zitierte Staats- und Verwaltungsreform scheitert an bewahrenden Kräften und der Angst vor dem eigenen Schatten.

 

 

 

Unternehmer, die über einige Jahre erfolgreich sind, können sich diese Bedenken nicht erlauben. Sie richten den Blick stets nach vorne, setzen mutig Innovationen um, hinterfragen ständig das eigene Handeln und verabschieden sich von Verhaltensweisen, die überholt sind. Dieses Denken fehlt deswegen weitgehend in der Politik, weil es dort viel zu wenig Unternehmer in Schlüsselpositionen gibt. Und zwar aus immer demselben Irrtum heraus, dass wirtschaftliches Denken nur der Wirtschaft hilft. Doch es hilft allen Bürgern, da nur so moderne Strukturen, Schuldenabbau und Arbeitsplätze geschaffen werden können.

 

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Themen: Politik

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