HANDEL
Das Flächenwachstum im Handel, speziell gerade auch in Tirol ist abgeschlossen, fast schon überreizt. Die Politik sollte dem auch durch noch restriktivere Verordnungen Rechnung tragen und nicht der Ausbreitung der Ketten und dem Sterben der kleinen Regionalhändler durch unsinnige Ausweisung von Ortskernen über ganze Gemeindeflächen Vorschub leisten.
Sonntagsöffnung, Öffnungszeiten, Nahversorgung: In praktisch allen österr. Nachbarländern ( Italien, Slowakei, Tschechien, Ungarn, ....) gibt es freizügigere Regelungen zum Teil 24-Stunden 365 Tage in Ungarn.. Das Outletcenter Brenner hat jeden Sonntag offen, .... Nicht übertreiben , aber unsere gute Saisonorteregelung maßvoll verbessern.
zB Apothekenlösung im Lebensmittelhandel für große Orte u. Bezirkshauptstädte zur Schaffung einer nahen Grundversorgung. Damit die Menschen in Tirol sich die Lebensmittel nicht überteuert an den Tankstellen besorgen müssen.
GLOBALISIERUNG / WELTWIRTSCHAFT /
Das Wirtschaftswachstum in China bremst sich ein, genauso wie in Japan. Japan und China stärken und synchronisieren deren Währungen. Dadurch werden Importe von dort teurer ( stärkt österr. Exportwirtschaft und Industriestandort Europa) China auf Beteiligungs- und Einkaufstour in Europa.
Die Hoffnungsgebiete sind die ehemal. EU-Schwellenländer der EU ( Türkei, Ukraine, Polen, Slowakei....) Zukunftsmärkte für Beteiligungen und Produktionen
GELDMARKT / Unternehmen
Ich rechne mit einer großen Kreditklemme für kl. Und mittelgroße Betriebe im Jahr 2012 , weil Banken ihre Kernkapitalquote laut EU bis 30.6. entscheiden erhöhen müssen ( das bedeutet : neue Kredite, wenn überhaupt, nur an Stammkunden... und alte Kredite werden empfindlich teurer!)
Für Unternehmen heisst das: mittelständ. Wirtschaft muss dem Diktat der Banken möglichst entgegentreten, durch mehr Eigenkapitalstärke. (Hier muss auch das Finanzministerium durch entsprechende Anpassungen und Verbesserungen mithelfen !) Wie beim Staat heisst es auch für uns Unternemer/innen: Sparen, nur ganz gezielt und überlegt und nur sinnvoll investieren. NACHHALTIG investieren ( Staat/Land sollte durch veränderte Förderungen nur nachhaltige Investitionen unterstützen und den Förderdschugel überall stark durchforsten.
STAAT/LAND:
Kompletten Spezialförderdschugel ausmisten. Staat, Land Kommunen haben gemeinsam ca. 40.000 versch. Förderansätze mit jeder Menge Doppelgeleisigkeiten. Der Schnitt tut weh, muss aber sein und fördert die Erfolgreichen , die Fleissigen, die nachhaltig Investierenden,....
Alle Sonderregelungen für einzelne Grüppchen und Privilegierte streichen.
Steuersystem durchschaubarer und einfacher machen. Es braucht eine Strukturreform ( Ziele, Fristen, Kontrolle, Adaptierungen, Zusammenlegen,...)
Selbstveranlagung über Internet für alle Österreicher, egal ob Mitarbeiter oder Unternehmer.
Anpassung der Lohnsteuerstufen an neue reale Werte oder noch besser eine Steuersystemänderung zur Flattax. Die ist sehr sozial und schlägt dort stark zu , wo wirklich viel Kohle verdient wird.
Die Bundesegierung und die Länder und Gemeinden wollen bis 2016 10 Milliarden einsparen. Macht nach Adam Riese schon für 2012 2000 Millionen Euro oder täglich 5 ½ Millionen Euro....? Arbeitsgruppen gebildet. Und wenn du nicht mehr weiter weist, dann bilde einen Arbeitskreis! Oh Gott, wenn die Wirtschaft so wirtschaften würde. Es gäbe schlagartig keine Unternehmen, keine Arbeitsplätze und nur mehr Arbeitslose. Und die Beamten hätten nichts mehr zu verwalten...
Aber vermutlich wollen die jetzt erst mal überlegen und streiten... Und sparen können wir dann immer noch später. Politiker sind grundsätzlich sehr kurzsichtig, tragen meistens keine Brille und sehen das Jahr 2016 derzeit überhaupt noch nicht!
ENERGIE:
66% der elektr. Energie in Tirol kommt aus dem Wasser unserer Berge. Endlich nicht nur reden, sondern neue Kraftwerke (aus) bauen ! Auch Kleinkraftwerke und Nutzung von Alternativenergien ( Wind, Erdwärme, Sonne, Grundwasser,...) gerade im Kleinbereich zulassen und fördern! Ziel: Ein energieunabhängiges Tirol bis 2050 !
VEREHR:
Verkehrsinfrastruktur sind Investitionen in die Zukunft. Verkehrswege = Adern der Wirtschaft. Es braucht einen fairen Wettbewerb Strasse – Schiene. Bahnstreckendienste ausschreiben ( wie bei Handylizenzen..)
POLITIK:
Politik ignoriert derzeit den Begriff der Neuen Klasse unter den Bürgern ( zieht sich durch alle soziale Schichten)
Politik hat sich von Funktionären und arbeitenden Bevölkerung entfernt.
EU-Europa lebt keine Volksnähe. Das europäische Finanzexperiment mit dem Geld der arbeitenden Menschen wird gewaltsam von elitären Eliten durchgezogen, fernab der Herzen der Menschen.
Wir Menschen brauchen nicht Nachhilfe in politischer Sozialpädagogik und sind auch nicht verunsichert, sondern wir haben einfach genug von der polit. Besserwisserei, von Korruption und Machthunger. Die politische Klasse bemerkt scheinbar ihre Isolation nicht mehr!
Wie kommt das: Bürger werden über Internet, Facebook und soziale Netze informiert und formieren sich außerhalb politischer Netze. Daraus entstehen die “Wutbürger“, Parteien zersplittern sich, politisch interessierte Bürger werden zu Protestnichtwählern. Kritik an demokratischen Systemen, an EU – Politik, an Euro etc. hat keine politische Repräsentanz in den Vertretungskörpern ( Nationalrat, europ. Parlament etc..)
Deshalb mein Postulat und Vorsatz für 2012: Hören wir den Bürgern mehr zu und gehen wir auf Ihre Themen ein. Wir sind nicht die Besserwisser und Lehrer der Bürger, sondern dafür gewählt, ihre Wünsche und das Verwaltungssystem zu managen. Die Bürger sind nicht die Schüler der Politiker!
Dagegen sein ist zu wenig ( Grüne, etc...) Kritik ohne bessere Lösungen ist reine polit. Heuchelei und Wadelbeisserei. Deshalb mein Postulat: Keine Kritik ohne zeitgleich ein Reformvorschlag.
Wenn der Staat nur noch mehr vom erarbeiteten Geld abkassiert, dann geht die Spirale weiter ins Verderben. Das bringt kurzfristig nämlich dann weniger Konsum, weniger Produktion, weniger Arbeitsplätze und weniger Steuereinnahmen ( trotz Steuererhöhungen etc..) Es gibt massenweise Verbesserungspotential im Staat , in der Verwaltung, in den staatnahen Betrieben usw...
FÖDERALISMUS und ZENTRALISMUS:
Mein Postulat: beide leben lassen und sie zu einem modernen Brautpaar schmücken. Dazu braucht ein sofortiges Ende der Schrebergartenmentalität, die nur ihre Zäune verteidigen. Föderalismus JA, aber ÜBER den Kirchturm hinausschauen! Jeder häuft in seinem Schrebergarten eigene und heimlich ausgelagerte Schulden an und wir in Österreich kennen unseren wahren Gesamtschuldenstand der Republik überhaupt nicht!?! Speziell im Bildungssystem. Das muß ländermäßig vergleichbar werden. Pisa lässt grüßen: Österreich mit den höchsten Bildungskosten und einen sehr niederen Output. In Bayern müssen, können dürfen Lehrer 28 Stunden pro Woche „lehren“. Bei uns nur 21?? Warum??
WERTE:
Die Werte existieren nur mehr als Worthülsen. In der Politik, bei der Kirche, im Schulsystem und in den Familien. Mein Postulat: geben wir den Werten wieder Werte. Leben wir diese Werte!
Das Jahr 2012 bisher:
Dieser Start ins 2012 ist eine Fahrt in der Geisterbahn und ins Ungewisse. Die Kulissen sind nicht sicher, die (Schulden)Bremse ist noch nicht wirklich montiert und die Fahrtpreise sind noch ein Geheimnis. Ohne sichere Rahmenbedingungen ist schwer gut wirtschaften!
In sorgenvoller Verantwortung für unser Land und die Menschen,
die hier leben...
Jürgen Bodenseer
Tiroler Unternehmer
Kitzbühel u. Rum am 1. Feber 2012
PS: Albert Einstein hat zur Veränderung gesagt: “Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu belassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich was ändert!“
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